Klimaschutz

Die Auswirkungen der Erderwärmung und des damit einhergehenden Klimawandels sind in den vergangenen Jahren auch in der Stadt Viersen spürbarer geworden. Maßgeblich verantwortlich für die Beschleunigung der Erderwärmung ist der massiv angestiegene Ausstoß von Treibhausgasen durch die Menschheit in den vergangenen 150 Jahren. Zu den Treibhausgasen zählen vor allem Kohlendioxid, Methan und Lachgas. Die aktuelle weltweite Erwärmung liegt bei derzeit 1 Grad. (Stand: Juni 2019, weltweiter Durchschnitt).

Seitens der Wissenschaft und des internationalen Weltklimarates (IPCC) besteht die Forderung die Erderwärmung global auf maximal 1,5 Grad zu begrenzen. Bei einem Anstieg der Erderwärmung über 1,5 Grad würden sogenannte Kipppunkte erreicht werden, ab denen eine weitere Erderwärmung mit ihren Folgen irreversibel werde. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der derzeitige Ausstoß von Kohlendioxid von ca. 8,5 Tonnen pro Person und Jahr, auf unter 2 Tonnen pro Person und Jahr bis 2035 reduziert werden.

Die Stadt Viersen möchte ihren Beitrag dazu leisten. Daher wurden im Rat der Stadt Viersen in der Sitzung vom 12.11.2019 ein Grundsatzbeschluss zum Klimaschutz gefasst (siehe auch Weiterführende Downloads) . Im Rahmen des Beschlusses wurde auch die Erarbeitung eines Sofortmaßnahmenprogramms beraten und am 16.06.2020 beschlossen.

Sofortmaßnahmenprogramm Klimaschutz in 2020 beschlossen - Ein ganzes Maßnahmenbündel für mehr Klimaschutz in Viersen

In seiner Sitzung am 16. Juni 2020 hat der Ausschuss für Bauen, Umwelt- und Klimaschutz das Sofortmaßnahmenprogramm Klimaschutz beschlossen. Zudem werden Maßnahmen zum Klimaschutz zukünftig ein ständiger Beratungspunkt in den Ausschusssitzungen sein.

Größte Investition mit Gesamtausgaben in Höhe von rund einer Million Euro wird die geplante Einrichtung von 12 Photovoltaik-Anlagen auf kommunalen Dächern, etwa dem des Technischen Rathauses sowie diverser Schulen und Kindertagesstätten. Die Maßnahme führt das im Jahr 2016 beschlossene und erfolgreich umgesetzte Eigenstromkonzept der Stadt Viersen fort. Die 12 neugeplanten Anlagen haben eine Gesamtleistung von 549 Kilowatt und produzieren jährlich 510.000 Kilowattstunden Strom.

Der Ausschuss beschloss umfangreiche weitere Maßnahmen zum Klimaschutz. So wurde ein Grundsatzbeschluss gefasst, der vorsieht, künftig bei möglichst jeder kommunalen Neubau- oder Sanierungsmaßnahme eine Photovoltaik-Anlage zu planen und zu errichten. Der Anteil von erneuerbaren Energien auf dem Stadtgebiet soll weiter gefördert werden. Dazu steht aktuell die Schaffung des Baurechts für den „Solarpark Schwegers Feld“ an. Dort wird in Zukunft auf einer Fläche von 6,4 Hektar jährlich 4,3 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Damit wird der Ausstoß von 3000 Tonnen CO2 im Jahr vermieden.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollen ein VRR-Jobticket erhalten, darüber hinaus können Sie zukünftig von Zuschüssen für den Erwerb von E-Fahrzeugen und Fahrrädern profitieren. Das Angebot an Radabstellanlagen an den Verwaltungsstandorten wird ausgebaut, der Anteil von Elektrofahrzeugen im städtischen Fuhrpark erhöht. Eine neue Organisationseinheit soll die Themen Klimaschutz und Klimaanpassung koordinieren.

Die für den Klimaschutz relevanten Fachbereiche sollen personell verstärkt, die Zusammenarbeit zur Erarbeitung eines Klimaschutzkonzepts mit dem Kreis Viersen und den Nachbarkommunen intensiviert werden. Um Synergieeffekte zu schaffen und Doppelbearbeitung zu vermeiden, sollen die mit der Teilnahme am European-Energy-Award (EEA) verbundenen Prozesse in die kommunalen Maßnahmen zum Klimaschutz integriert werden. Der Viersener Bahnhof soll zu einem Mobilitätsschwerpunkt ausgebaut und Alternativen zu einer klimafreundlichen und verbesserten Verkehrsführung für den Radverkehr auf der Freiheitsstraße geprüft werden.

Susanne Fritzsche, Technische Beigeordnete der Stadt Viersen, sagte: „Dieser Beschluss ist ein weiterer wichtiger Schritt für verstärkten Klimaschutz in der Stadt Viersen. Das Sofortmaßnahmenpaket ist ein Anfang, mit dem der Grundstein für die zukünftige Arbeit im Bereich Klimaschutz gelegt wird. Weitere umfassende Maßnahmen werden folgen, beispielsweise im Zuge der Entwicklung eines gemeinsamen Klimaschutzkonzeptes mit unseren Nachbarkommunen.“

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