Viersen aktuell - Ausgabe 2025
Krokusse setzen violette Tupfer ins Stadtbild, Narzissen leuchten sonnengelb. Blütenfelder und -bänder verbinden Viersens Stadtteile. Die Natur präsentiert, was das Stadtgrün-Team der Städtischen Betriebe vorbereitet hat. Was sich weiter artenreich entwickeln wird, erklärt Gärtnermeisterin Nicole Strucken. Sie gehört zum Stadtgrün-Team von Matthias Pasch, Abteilungsleiter Stadtgrün und Forsten. Zu ihren Aufgabenbereichen zählen die Unterhaltung des Stadtgrüns – Grünflächen, Parkanlagen und Straßenbegleitgrün. Sie arbeiten mit Moritz Museller, Sachbearbeitung Projekt Zukunft Stadtgrün, an einer zukunftsorientierten Weiterentwicklung der städtischen Grünflächen.




Krokusse sind wertvolle Futterpflanzen für Hummeln und Bienen. Von den Violettblühern sieht man jedes Jahr mehr in der Stadt. Auf den Grünflächen entlang der Freiheitsstraße oder im Bereich Greefsgarten sind sie die Hingucker. Auch die jährlich wiederkommenden, dichten Narzissenbänder im Stadtgebiet werden durch bienenfreundliche Sorten ergänzt.
Die Pflanzsaison 2025 ist in vollem Gange. 200 neue Bäume kommen in diesem Frühjahr in Viersener Boden. 3000 Setzlinge werden auf die Forstflächen der Stadt gebracht. Wenn kranke und nicht mehr standsichere Bäume gefällt werden mussten, werden dafür neue gesetzt. „Dabei kann passieren, dass die Neupflanzung aufgrund von Versorgungsleitungen auch an anderer Stelle erfolgt“, sagt Moritz Museller.
Bis zum 1. März sind erforderliche Schnittarbeiten an Bäumen, Hecken und Büschen erledigt worden. „Pflegt man Pflanzenbestände nicht, drohen sie zu vergreisen und schließlich kaputtzugehen. Ein gekonnter Rückschnitt bewirkt, dass sich Pflanzen verjüngen“, erklärt Nicole Strucken.
Mit den Schnittarbeiten ist die Arbeit in dieser Frühjahrssaison längst nicht erledigt. „Jedes Jahr pflanzen wir nach“, sagt die städtische Mitarbeiterin. In nächster Zeit werden zum Beispiel 600 Quadratmeter des Mittelstreifens entlang der Freiheitsstraße mit artenreichen Stauden bepflanzt. „Wir nutzen dazu eine optimale und ökologisch wertvolle Mischung an Pflanzengesellschaften, die trockene Standorte mögen.“ Das Auge darf sich nach den Frühblühern auf Astern, Iris-Arten, Geranium und Sonnenhüte freuen. „Es blüht von März/April bis in den Herbst hinein.“ Nicht alle Maßnahmen des Teams würden sofort in voller Üppigkeit sichtbar. „Natur darf sich entwickeln. Es gibt Dinge, die brauchen Geduld, Zeit und Ruhe. Unsere bewusste Gestaltung kalkuliert dies mit ein.“
80 Mitarbeitende, darunter sechs Auszubildende, schwärmen zurzeit werktäglich aus, um turnusgetreu Laubreste zu entfernen und die Grünflächen und Parkanlagen der Stadt herauszuputzen. Aber nicht jeder Winkel der Anlagen müsse von Laub befreit werden, unterstreicht Nicole Strucken. „Laub darf auch liegenbleiben, sich natürlich zersetzen und damit wieder in den Nährstoffkreislauf gehen.“ Gern hebt sie die Pflanzen für Spezialisten hervor: „Die Wilde Möhre wird zum Beispiel von unseren heimischen Faltern angesteuert. Und ohne Brennnesseln würde hier kein Tagpfauenauge fliegen.“
In diesem Frühjahr sind Nach- und Neupflanzungen vor allem für die Viersener Innenstadtparks und den Friedhof Löh geplant. „Auf dem Friedhof werden wir die Wechselbepflanzung reduzieren und artenreiche Dauergestaltung anstreben. Wir legen bei diesem auf drei bis fünf Jahre angelegten Projekt ein besonderes Augenmerk auf den architektonischen Bestand. Auch ein Friedhof darf sich an Artenvielfalt beteiligen“, sagt Museller.
Sehr gewonnen habe bereits der überarbeitete Bereich um die Totenhalle und das katholische Kolumbarium auf dem Viersener Friedhof herum. Der professionell durchgeführte Rückschnitt des Baum- und Strauchbestandes hat Sichtachsen und neue Ausblicke geschaffen. In diesem Jahr wird sich noch einiges im Bereich des Ehrenfriedhofs tun.
Während der Pflanzsaison laufen bereits umfangreiche Vorbereitungen für den nächsten „Viersen-blüht“-Sommer in der Stadt. Die Aktion widmet sich mit blühender Saisonware der gestalteten Gartenkunst mit besonderen Anlehnungen an vieles, was die Stadt Viersen ausmacht. Zugleich verfolgt „Viersen blüht“ immer mehr Nachhaltigkeitspunkte. „Dieser Aspekt bekommt einen Schub nach vorne“, sagt Nicole Strucken. Damit bezieht sie Angebote beteiligter Landschaftsgärtner mit ein.
Tipps für einen artenreichen Garten
Die Stadt Viersen hat sich im Projekt „Zukunft Stadtgrün“ dem Naturschutz und dem Erhalt der Artenvielfalt verschrieben. Seit 2019 werden die städtischen Grünflächen zu ökologisch wertvollen Biotopen mit großem Artenreichtum entwickelt. Neu angelegte Staudenbeete, Blühwiesen und -streifen entlang von Stadtstraßen sind Teil davon. Was im öffentlichen Grün geht, funktioniert zugleich im privaten Vorgarten und Garten. Tipps zu einer naturnahen Gestaltung sind in der Nachschlagehilfe „Pflanzfibel“ zusammengestellt. Die Fibel listet auf, welche Pflanzen besonderen Lebensraum für Insekten darstellen oder Beerenlieferanten im Herbst sind.